Ehewohnung

Darunter ist jene Räumlichkeit zu verstehen, in der sich der Schwerpunkt der gemeinsamen Lebensführung der Ehegatten befindet. Die Ehegatten sind bei aufrechter Ehe in der Nutzung der ehelichen Wohnung gleichberechtigt, und zwar unabhängig davon, wer Eigentümerin/Eigentümer oder Mieterin/Mieter der Wohnung bzw. des Hauses ist.

Vorübergehend gesonderte Wohnungsnahme:

Bei der vorübergehenden Wohnungsnahme nach § 92 Abs. 2 ABGB handelt es sich um eine provisorische Konfliktregelung. Diese setzt voraus, dass ein weiteres Zusammenleben mit der Ehegattin oder dem Ehegatten insbesondere aufgrund körperlicher Bedrohung unzumutbar ist.

Auch Beeinträchtigungen der psychischen Gesundheit, die durch das eheliche Zusammenleben hervorgerufen wurden, gelten nach der Rechtsprechung nur dann als wichtiger Grund für eine gesonderte Wohnungsnahme, wenn durch das weitere Zusammenleben in der Ehewohnung eine dauerhafte krankheitswerte Schädigung droht.

Der Antrag ist beim zuständigen Bezirksgericht einzubringen. Das Gericht hat nicht nur das Verhalten in der Vergangenheit, sondern auch das gegenwärtige und noch andauernde Verhalten zu beurteilen und dabei auf die gesamten Umstände der Familie, so auch auf das Kindeswohl, Bedacht zu nehmen.

Für nähere Auskünfte zur gesonderten Wohnungsnahme, aber auch zu sonstigen rechtlichen Fragen in Bezug auf die Ehewohnung (Ehepakte, Vermögensteilung bei Scheidung u.a.) stehen Ihnen unsere juristischen Mitarbeiterinnen in einem persönlichen Beratungsgespräch gerne zur Verfügung.